Götter im Porträt (3): Athene

In dieser neuen Reihe hier im Blog werden in nächster Zeit die Götter näher vorgestellt — in der Reihenfolge, in der sie im Buch auftreten.

Athene, die Göttin der Weisheit, der Logik, der Mathematik und der Kriegslist, ist auch die Schutzgöttin der Stadt Athen, die nach ihr benannt wurde. Der Sage nach wetteiferte sie mit Poseidon um die Gunst der Bewohner der noch unbenannten Stadt: der Meeresgott erschuf eine Salzwasserquelle, was Athens Stellung als bedeutende Seemacht begründet, während Athene den Menschen den ersten kultivierten Olivenbaum schenkte. Die Bewohner und ihr König bevorzugten das Geschenk der Göttin und ernannten sie zur Schutzpatronin der Stadt. Das Parthenon auf der Akropolis (auf dem Cover von „Göttersommer“ zu sehen) ist ein Tempel der Athene; der Name entstammt einem ihrer Beinamen, Athena Parthenos (Athene, die Jungfrau) — als praktisch reines Verstandeswesen gab sie sich nie mit Liebschaften ab, anders als die überwältigende Mehrheit der OlympierInnen.

Athene ist die Tochter von Zeus und der Titanin Metis. Ihre Geburt verlief ein wenig ungewöhnlich: da eine Prophezeiung vorhersagte, dass die Kinder der beiden sehr mächtig werden würden, hatte Zeus Angst, seinen Thron durch diese zu verlieren. Also überredete er Metis durch eine List, sich in eine Fliege zu verwandeln, und verschlang sie. Allerdings war sie bereits schwanger und fertigte Rüstung, Helm und Schwert für ihre Tochter an. Zeus litt dadurch große Schmerzen, bis Athene fix und fertig gerüstet seiner Stirn entsprang — der Begriff „Kopfgeburt“ ist uns bis heute erhalten geblieben und beschreibt etwas, das genauso intellektuell und „verkopft“ ist wie die Göttin der Weisheit.

Genau wie Ares ist auch Athene eine Kriegsgöttin, aber anders als er reitet sie nicht Hals über Kopf in die Schlacht, sondern steht für Strategie, Taktik und Siege durch List. Natürlich wird auch das Trojanische Pferd als die bekannteste aller Kriegslisten der klassischen Mythologie mit ihr in Verbindung gebracht. Es wird auch berichtet, dass Athene den Krieg nicht um des Krieges willen führt, sondern stets für die gerechte Sache kämpft.

Zwar kennt sie sich anfangs nicht gut in der Welt der Menschen aus, da sie diese seit Jahrtausenden nicht besucht hat, schafft es durch Intelligenz und Logik jedoch schnell, erstens nicht aufzufallen und zweitens ihre Ziele zu erreichen. Als Klügste unter den an der Mission beteiligten Göttern wird sie von allen anderen als Anführerin akzeptiert, und das, obwohl sie ursprünglich zu denjenigen Göttern gehört, die gegen ein erneutes Eingreifen in die Angelegenheiten der Menschen sind. Aber nachdem sie sich erst einmal für die Teilnahme an der Mission entschieden hat, nimmt sie diese sehr ernst und gibt ihr Bestes, sie zum Erfolg zu führen.

Mehr über Athene und die anderen Götter gibt es im vollständigen Roman „Göttersommer“ (hier kaufen).

Bisherige Folgen:

1. Hades
2. Aphrodite

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